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« 26. Dezember

Das Fest

„Dann lasst uns jetzt das große Fest ?vorbereiten“, sagt der Mann in Uniform, der mit den beiden Jungen aus Südafrika gekommen ist.

Alle packen mit an. Aus den hinteren Ecken des Stalls holen sie Balken und Bretter und bauen daraus einen langen Tisch und Bänke. Irgendwer findet Tücher, aus denen sich ein richtig schickes Tischtuch basteln lässt. Sogar Schüsseln mit ganz verschiedenem Essen tauchen auf. Laut durcheinander redend erklären sich die Kinder, was da in den Schüsseln ist. Denn jede Schüssel ist voll Essen aus einem anderen Land.

Immer mehr Kinder kommen und helfen mit, um das große Fest vorzubereiten. Die Arbeit macht richtig Spaß. Denn jeder kann etwas anderes und es ist so schön, zusammen etwas zu machen.

Nur Fernandas Papa und Oma Amatshi sitzen etwas abseits in einer Ecke. Sie werkeln an dem kaputten Flügel des krächzenden Vogels herum. Schon bald sind seine Federn wieder glatt und ein kleines Hölzchen stützt seine verletzten Knochen.

„Alles fertig!“, stellt Rahel fröhlich fest. „Wenn jetzt das Jesuskind kommt, kann unser Fest anfangen!“

„Na, dann lasst uns feiern“, sagt der Vogel mit dem reparierten Flügel und springt auf den Stuhl am Kopfende des großen Tisches. „Setzt euch. Ich lade euch alle ein!“

„Du lädst uns ein?“, fragen alle Kinder wie aus einem Mund. „Bist du denn hier der Gastgeber? Ein humpelnder, krächzender Piepmatz?“

„Ja, ich bin es“, sagt der Vogel. „Warum denn auch nicht? Meint Ihr, Jesus wäre ein kleines Baby geblieben?“ Und seine Stimme krächzt gar nicht mehr. „Schaut noch mal genau hin. Erkennt? ihr mich? Dies ist der Stall, in dem ich meinen Weg durch die Welt vor vielen, vielen Jahren mal angefangen habe. Und seitdem ist viel passiert.

Und es wird noch mehr passieren – wenn ihr alle mitmacht! Nachdem wir gefeiert haben. Dann gehen wir wieder raus in die Welt. Wir alle. So verschieden wie wir sind. Und wir alle verschenken kleine Sterne. Damit jeder weiß, dass keiner verlassen und allein ist. Und in einem Jahr treffen wir uns wieder hier.“

„Ja!“, sagt Rahel. „Im nächsten Jahr. Hier an deiner Krippe! Und bis dahin bringen wir ein bisschen Sternenlicht in die Welt!“

Fest

So! Jetzt geht unsere Weihnachtsgeschichte wirklich zu Ende – also fast.
Mit einem großen Fest!

Ich verrate dir, warum wir das so geschrieben haben.
Weil Jesus nämlich mal eine Geschichte erzählt hat, um zu erklären, wie Gott ist. Und da hat er gesagt:

Gott ist wie ein Mann, der ein großes Fest feiern will. Und er lädt zu diesem Fest alle Menschen ein. Nicht nur seine Freunde und die Familie. Sondern auch alle, die am Straßenrand rumstehen und Zeit haben und Lust, mit ihm zu feiern. Und dann kommen alle zu seinem Fest. Es gibt zu Essen und zu Trinken. Die Leute unterhalten sich, singen zusammen und sind freundlich und fröhlich.

Kannst Du nachlesen in der Bibel: Lukas, Kapitel 14 ab Vers 15

Bei Gott sein ist also, wie ein großes Fest mit vielen, vielen Freunden feiern.

Weißt du, was ich bei einem Fest am wichtigsten finde? Ich sag es dir: Am wichtigsten an einem Fest ist für mich das, was nach dem Fest kommt.

Ich feiere zum Beispiel auch gerne Geburtstag und lade dazu Leute ein. Und wenn das Fest dann vorbei ist und die Leute wieder nachhause gegangen sind, dann ist das so, als ob sie gar nicht weg wären.
Weil wir zusammen gegessen und geredet und Spaß gehabt haben, fühlt es sich so an, als ob wir immer noch beieinander sind – auch wenn das Fest schon lange vorbei ist.
Und damit dieses Gefühl „Wir gehören zusammen“ nicht wieder weg geht, feiern wir immer wieder Feste miteinander. So wie wir Weihnachten feiern, jedes Jahr neu. Damit wir immer wissen: Wir gehören alle zusammen – und alle zusammen gehören wir zu Gott.

Du und ich auch!

Erkennt

Na, das ist aber komisch. Eben war der Rabe noch ein Rabe und jetzt ist er plötzlich Jesus? Was soll das denn? Nun, wir haben uns dieses Ende der Geschichte ausgedacht, weil so eine ähnliche Geschichte in der Bibel steht.

In der Bibelgeschichte wird von zwei Männern erzählt. Die kannten Jesus und nun waren sie traurig, weil Jesus gestorben war. Die beiden Männer waren zu Fuß unterwegs. Auf dem Weg trafen sie einen Mann, der wanderte in die gleiche Richtung. Was dieser Mann ihnen erzählte, gefiel den beiden Freunden. Es machte ihnen Mut. Es half ihnen, nicht mehr traurig zu sein.

Als die drei abends beim Abendbrot saßen, merkten sie plötzlich: Ihre Bekanntschaft von unterwegs machte es beim Essen genau so, wie Jesus das immer gemacht hatte. Und plötzlich merkten sie: Ey! Das ist ja Jesus selbst! Aber bevor sie etwas sagen konnten, stand Jesus auf, lächelte ihnen noch mal augenzwinkernd zu und ging weg. (Lk. 24,13ff)

Die beiden Männer hatten Jesus nicht erkannt, obwohl sie den ganzen Tag zusammen gewandert waren und miteinander geredet hatten.

Das kennst du doch eigentlich auch, oder? Da ist ein fremdes Kind. Das spricht dich an und weil das Kind nett ist, spielt ihr den ganzen Nachmittag zusammen. Und als du abends ins Bett gehst, fällt dir auf: Ey! Der Neue ist ja eigentlich mein Freund! Da hast du mit einem Freund gespielt und es gar nicht gemerkt.

Ich frage mich manchmal, wie oft habe ich mich schon mal mit jemandem unterhalten und gar nicht gemerkt, dass es eigentlich Jesus war.