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« 19. Dezember »

Indien

Lange gleiten Vogel und Stern still über der Welt dahin. Der Stern ist tief in Gedanken versunken. Er merkt gar nicht, dass der Vogel ihn tiefer und tiefer über ein Dorf in Indien sinken lässt.

„Krah!“, macht es auf einmal und der Stern schreckt auf. Warm ist es hier, viel wärmer als am Himmel. Der Stern sieht sich nach seinem Freund um. Er entdeckt ihn auf dem Strohdach eines kleinen Hauses. An der Haustür hängt ein Stern aus Papier.

„Schon wieder nur Deko“, denkt der Stern, da geht die Tür auf.

Kumar kommt mit einer Schere und Papier nach draußen. Die hat er in der Schule bekommen. Er will Weihnachtsschmuck daraus schneiden: Sterne und Blumen. Die werden später im Haus aufgehängt. Drinnen ist seine Mama mit seinen Schwestern Lavania und Muthu damit beschäftigt, zu fegen, zu schrubben und aufzuräumen. Für Weihnachten soll alles sauber sein, sagt Mama. Dann wird sie auch noch Reis und Curry ?mit Fisch kochen und einen Kuchen machen. Das wird ein Fest!

Kumar schnippelt und schnippelt.

„Kann ich mitmachen?“, fragt jemand. Es ist Muthu. Sie ist erst vier und kann noch nicht so gut helfen. „Schneiden ist besser als Saubermachen“, sagt sie.

„Nein“, antwortet Kumar. Er will das alleine machen. Neben dem Baum und den Blumen im Haus sollen seine Papiersterne das Allerschönste an Weihnachten sein!

„Doch!“, sagt Muthu und greift nach der Schere. Kumar zieht sie weg und –

„Autsch! Ich habe mich geschnitten!“, ruft er. Es tut weh. Muthu schaut ihn erschrocken an und rennt davon.

Curry

Nach einem Flug über Sibirien, die Mongolei und China kommt der Vogel in Indien an. Der Stern begleitet ihn von oben. Der Vogel landet auf einem Marktplatz einer kleinen Stadt. Meine Güte, ist das hier voll. Radfahrer, Autos und Mopeds flitzen durch die Straßen, auch Kühe und Hunde überqueren den Platz und überall Menschen. Die Frauen tragen oft große bunte Tücher um ihren Körper. Die heißen Saris und man braucht ganz schön lange, bis sie so gebunden sind, dass es auch gut aussieht. T-Shirt und Jeans sind auf jeden Fall schneller angezogen.

Dann gibt es große Säcke mit ganz bunten Körnern. Manches sind Gewürze, denn in Indien essen die Leute viel Reis mit scharfer Soße. Ein Gewürz gehört fast in jedes Essen: Curry heißt es und sieht dunkelgelb aus. Guck mal bei euch in der Küche bei den Gewürzen nach. Vielleicht findest du euer Currygewürz. Kumars Mutter kocht zu Weihnachten Reis mit Curry und Fisch. Das ist wahnsinnig lecker!